Warum Banken in manchen Ländern Gold von der Bevölkerung kaufen
und es in anderen grundsätzlich ablehnen
Analytischer Artikel
Datum 29. Januar 2026
Einleitung
Im globalen Finanzsystem besteht eine stabile strukturelle Asymmetrie
In einigen Ländern lehnen Geschäftsbanken die Annahme von physischem Gold категорisch ab
In anderen Staaten kaufen Banken Gold offiziell von Privatpersonen und Unternehmen
Oberflächlich betrachtet wirkt dies wie ein Widerspruch
Tatsächlich handelt es sich um grundlegend unterschiedliche Modelle finanzieller Architektur
um unterschiedliche Rollen des Staates
und um einen unterschiedlichen Status von Gold innerhalb des Geldsystems
Für eine korrekte Analyse ist es notwendig
auf ein universelles Bankenbild zu verzichten
und Banken ausschließlich im Kontext des jeweiligen Landes zu betrachten
Die fundamentale Logik der Geschäftsbank
Eine moderne Geschäftsbank ist ihrem Wesen nach
kein Speicher von Wert
Sie ist
ein Knotenpunkt zur Erfassung von Verpflichtungen
ein Betreiber von Zahlungssystemen
ein Vermittler in der Umverteilung von Schulden
Innerhalb dieses Systems
werden Einlagen als Verbindlichkeiten verbucht
Kredite als Aktiva
Geld als Buchungen in Bilanzen und Zahlungssystemen
Physisches Gold
ist keine Verpflichtung von irgendwem
ist nicht in die Zahlungsinfrastruktur integriert
ist nicht skalierbar
erzeugt keine Zinserträge
Aus Sicht der klassischen Bankenlogik
ist physisches Gold ein Fremdkörper
Das liberale Bankenmodell
EU USA Kanada Australien
In Ländern mit liberaler Finanzarchitektur
agiert die Geschäftsbank als privater Marktakteur
Physisches Gold ist in diesen Jurisdiktionen
kein gesetzliches Zahlungsmittel
verfügt über kein standardisiertes Annahmeverfahren
verursacht erhebliche AML- und Sanktionsrisiken
verschlechtert Bilanzkennzahlen
erfordert Lagerung Versicherung und physische Haftung
Die Ablehnung von Gold durch Banken
ist kein ideologischer Akt
sondern die Folge regulatorischer und operativer Logik
China
streng gesteuertes Modell
China lässt den Umgang mit physischem Gold zu
ausschließlich innerhalb eines lizenzierten und zentral kontrollierten Systems
Banken arbeiten
nach genehmigten Standards
mit vollständiger Rückverfolgbarkeit der Herkunft
mit strikter Bindung an Börsennotierungen
Der Staat betrachtet Gold
als Element nationaler Resilienz
und als Instrument strategischer Reserven
In diesem Modell ist die Bank
kein autonomer Marktteilnehmer
sondern ein Instrument makroökonomischer Politik
Mongolei
rohstoffbasierte Finanzarchitektur
Die mongolische Wirtschaft ist strukturell mit der Rohstoffförderung verbunden
Banken nehmen Gold an
vor allem von Schürfern und kleinen Produzenten
führen eine первичная Bewertung durch
und leiten das Metall entlang der Kette weiter
Ziel des Staates ist es
Gold aus der Schattenwirtschaft zu holen
das Metall im Land zu konzentrieren
und Rohstoffströme zu formalisieren
Die Bank ist hier
ein Element der Infrastruktur der Förderwirtschaft
Thailand
getrenntes Modell
In Thailand ist Gold weit verbreitet
als traditionelle Form der Vermögenssicherung
Gleichzeitig kaufen Geschäftsbanken
kein physisches Gold
Der Goldmarkt existiert
außerhalb des Bankensystems
über Goldläden
Juwelierhäuser
private Händler
Das Bankensystem
distanziert sich bewusst vom physischen Metall
Indonesien
hybrides Modell
In Indonesien spielt Gold
eine bedeutende Rolle bei den Ersparnissen der Bevölkerung
Banken arbeiten mit Gold
vorwiegend über
Goldkonten
Zertifikate
islamische Finanzinstrumente
Physisches Metall
wird über spezialisierte Kanäle
oder staatliche Strukturen angenommen
Gold ist in das System integriert
jedoch nicht in klassischer Kassengestalt
Mexiko
warenbasierte Logik
In Mexiko wird physisches Gold
vor allem als Ware betrachtet
Geschäftsbanken
kaufen in der Regel kein Gold von Privatpersonen
Transaktionen erfolgen
über Händler
Raffinerien
private Handelsstrukturen
Selbst bei vorhandener Förderung
vermeiden Banken den direkten Kontakt
mit physischem Metall
Südamerika
mosaikartige Modelle
In Südamerika existiert kein einheitliches Schema
In Staaten mit ausgeprägter Förderung
wird Gold
über staatliche Kanäle
oder spezialisierte Institutionen akkumuliert
In Ländern mit liberalerer Finanzarchitektur
distanzieren sich Banken vom physischen Metall
Der gemeinsame Grundsatz bleibt bestehen
Gold wird integriert
nicht als Bankaktivum
sondern als Element staatlicher oder rohstofflicher Politik
Afrika
Kontinent der Förderung und paralleler Systeme
Afrika nimmt eine besondere Stellung ein
als einer der größten Goldlieferanten weltweit
In vielen afrikanischen Ländern
beteiligen sich Geschäftsbanken am Goldumlauf
jedoch nicht im klassischen Bankensinn
Gold gelangt in den Umlauf
über Schürfer
kleine Förderbetriebe
halblegale und informelle Kanäle
Staatliche Stellen und Raffinerien
nutzen Banken
als Instrumente der первичная Legalisierung
der Erfassung
und der Überführung des Metalls in den formellen Umlauf
Gold ist hier
kein Bankaktivum
sondern Objekt von Rohstoff- und Exportkontrolle
Russland
staatlich orientiertes Konzentrationsmodell
In Russland kaufen Geschäftsbanken physisches Gold von der Bevölkerung
Diese Praxis
resultiert jedoch nicht aus der Marktlogik der Geschäftsbank
Die Bank ist
in eine staatliche Finanzarchitektur eingebettet
in der Gold betrachtet wird als
strategische Reserve
Instrument souveräner Stabilität
Aktivum außerhalb internationaler Abrechnungssysteme
Historisch hat die Zentralbank
einen garantierten Aufkaufkanal für Gold geschaffen
der es Geschäftsbanken ermöglicht
das Metall in den staatlichen Kreislauf zu überführen
Die Bank nimmt Gold daher
nicht als Marktaktivum an
sondern erfüllt eine Konzentrationsfunktion
im Interesse des Staates
Das zentrale systemische Unterscheidungsmerkmal
Der Unterschied zwischen den Ländern
liegt nicht in der Haltung gegenüber Gold
sondern in der Rolle des Staates im Geldsystem
Wenn der Staat
Gold als strategisches Instrument nutzt
kann die Bank mit physischem Metall arbeiten
Wenn die Bank
ein reiner kommerzieller Vermittler ist
wird Gold aus dem System verdrängt
In allen Fällen
in denen Banken Gold kaufen
hören sie auf ausschließlich kommerzielle Banken zu sein
und werden Teil einer staatlichen
oder rohstoffbasierten Architektur
Schlussfolgerung
Physisches Gold
ist seiner Natur nach
schlecht mit der klassischen Geschäftsbank vereinbar
Gold
ist die Sprache der physischen Realität
die Sprache des ultimativen Wertes
die Sprache außerhalb von Verpflichtungen
Die Bank
ist die Sprache der Zahlen
die Sprache der Schulden
die Sprache des Systemvertrauens
In liberalen Systemen
stößt die Bank Gold ab
In gesteuerten und rohstoffbasierten Systemen
lässt die Bank Gold zu
nicht als Aktivum
sondern als Funktion
Dies ist kein Widerspruch
sondern ein Spiegel der Architektur der Macht über Geld